Wie werde ich Patient:in? Dein Weg in die Cannabis-Therapie

Seit dem 01.04.2024 gilt medizinisches Cannabis in Deutschland nicht mehr als Betäubungsmittel und kann seitdem in der Medizin breiter und unkomplizierter verordnet werden.

avaay Medical steht seit 2021 für die höchste Qualität an Cannabis-Arzneimitteln mit der Vision, die besten Cannabisblüten von Anbauern rund um die Welt nach Deutschland zu bringen (→ zu unserer avaay Philosophie).
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WIE finde ich eine Ärztin oder einen Arzt, der Cannabis verschreiben kann?

Grundsätzlich gibt es zwei Optionen. Zum Einen der Weg zur Hausärztin / zum Hausarzt oder zur Fachärztin / zum Facharzt. Verschiedene Webseiten und Portale geben Hinweise darauf, welche Ärzt:innen Erfahrung mit der Cannabistherapie haben. Du findest zum Beispiel ein Verzeichnis unter dieser → Website.

Eine andere beliebte Möglichkeit sind Telemedizin-Plattformen, die entweder per Videokonferenz oder digitaler Datenerfassung ortsunabhängig prüfen, ob ein:e Patient:in für ein Rezept in Frage kommt. Wenn ja, wird das Rezept direkt digital ausgestellt und an eine Versandapotheke oder eine Apotheke deiner Wahl weitergeleitet.
"Ich habe das Gefühl, wieder mehr bei mir zu sein."*
– Reza
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*Ware MA, Wang T, Shapiro S, Robinson A, Ducruet T, Huynh T, Gamsa A, Bennett GJ, Collet JP. Smoked cannabis for chronic neuropathic pain: a randomized controlled trial. CMAJ. 2010 Oct 5;182(14):E694-701. doi: 10.1503/cmaj.091414. Epub 2010 Aug 30. PMID: 20805210; PMCID: PMC2950205.

Wie sieht der Prozess z.B. bei Telemedizin-Plattformen aus?

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FAQ

Bei diesen Erkrankungen könntest du Cannabis-Patient werden:

Die Entscheidung, ob medizinisches Cannabis verschrieben werden darf, hängt maßgeblich von der sogenannten Indikation ab – also der ärztlichen Einschätzung, ob eine Cannabis-Therapie bei einer konkreten Erkrankung medizinisch sinnvoll und vertretbar ist.
Obwohl das Gesetz keine abschließende Liste nennt, hat sich in der Praxis ein klarer Anwendungsbereich herausgebildet. 

Zu den häufigsten Erkrankungen, bei denen Cannabis erfolgreich als Therapie eingesetzt wird, gehören:
- Chronische Schmerzen,
- Schlafstörungen
- Angststörungen und Depressionen
- ADHS,bei Erwachsenen
- Appetitlosigkeit und Übelkeit, insbesondere bei Krebserkrankungen oder HIV
- Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, zur symptomatischen Behandlung chronisch-entzündlicher Prozesse
- PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung), insbesondere bei fehlender Wirksamkeit klassischer Psychopharmaka
Migräne

Auch bei anderen seltenen oder komplexen Krankheitsbildern könnte eine Cannabis-Therapie infrage kommen – vorausgesetzt, die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt sieht eine begründete Aussicht auf Linderung der Beschwerden.
Privatrezept: Selbst zahlen, schneller starten
Ein Privatrezept für eine Cannabis-Therapie bedeutet, dass du das verschriebene medizinische Cannabis selbst bezahlst – also ohne Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse (GKV). Das bedeutet: Du erhältst die gleichen Medikamente (Blüten, Extrakte oder Fertigarzneimittel) wie bei einem Kassenrezept – aber du zahlst sie selbst.

Ein Privatrezept kann sinnvoll sein, wenn…
- du schnell Zugang zu einer Therapie brauchst, etwa bei starken chronischen Schmerzen oder anderen belastenden Symptomen,
- dein Arzt oder deine Ärztin eine Verordnung befürwortet, die gesetzliche Krankenkasse aber (noch) nicht mitspielt,
- du nicht gesetzlich, sondern privat krankenversichert bist (dort gelten andere Regelungen),
- oder wenn du bereit bist, die Cannabis-Therapie zunächst selbst zu finanzieren
Privatrezept vs. Kassenrezept für eine Cannabis-Therapie

Privatrezept (Selbstzahlung
- Keine Genehmigung durch Krankenkasse nötig
- Der Arzt kann das Cannabis-Rezept direkt ausstellen
- Patient:in zahlt die Therapie aus eigener Tasche

Kassenrezept (Kostenübernahme durch GKV)
- Nur möglich, wenn Antrag bei der Krankenkasse genehmigt wird
- Arzt muss Stellungnahme schreiben (inkl. medizinischer Begründung und bisheriger Therapieversuche)
- Bearbeitungszeit: 3–5 Wochen (abhängig davon, ob der MDK eingeschaltet wird)
- Wird der Antrag abgelehnt, kann Widerspruch eingelegt werden

Wichtig:
- Die Krankenkasse darf Anträge nur in begründeten Ausnahmefällen ablehnen
- In der Realität wird dennoch oft abgelehnt – viele Patient:innen landen deshalb zunächst beim Privatrezept
Rezeptgebühr für medizinisches Cannabis: So viel kostet ein Privatrezept
Die Kosten für eine medizinische Cannabistherapie auf Privatrezept setzen sich in der Regel aus zwei Komponenten zusammen:
- der Gebühr für das Rezept (je nach Anbieter unterscheiden sich hier die Preise für die Leistung),
- sowie dem Preis für das verschriebene Cannabisprodukt selbst. Letzterer variiert je nach Sorte, Hersteller und Wirkstoffgehalt.
Diskret und vertraulich: So bleibt deine Cannabistherapie privat

Nein – als Cannabispatient:in wirst du nicht zentral „gemeldet“ oder in einem öffentlichen Register erfasst. Es gibt keine Datenbank, die Polizei, Arbeitgeber oder Nachbarn einsehen könnten. Die Behandlung mit medizinischem Cannabis ist eine ganz normale ärztliche Therapie – vertraulich und vom Arztgeheimnis geschützt.

Wenn du medizinisches Cannabis auf Privatrezept erhältst und die Behandlung selbst bezahlst, wird auch deine gesetzliche Krankenkasse nicht automatisch über die Cannabistherapie informiert. Es gibt keine Meldung, keine Rechnung an die Kasse, und auch keine Dokumentation im System der GKV – denn bei einem Privatrezept handelt es sich um eine eigenverantwortlich finanzierte Behandlung, die außerhalb des GKV-Leistungskatalogs erfolgt.
Als Cannabis-Patient mit ärztlichem Rezept darfst du Auto fahren, solange du nicht fahruntüchtig bist. Das bedeutet, du musst dich in einem stabil eingestellten Zustand befinden und deine Fahrtüchtigkeit darf durch das Medikament nicht beeinträchtigt sein.

Bei einer Verkehrskontrolle kann ein Drogentest durchgeführt werden. Ist dieser positiv und besteht der Verdacht auf Fahruntüchtigkeit, können ein ärztliches Gutachten, eine MPU oder sogar der Führerscheinentzug die Folge sein.

Du trägst eine besondere Verantwortung. Fahrlässiger Umgang oder Fahren unter akuter Wirkung kann ernsthafte Konsequenzen haben. Wer sich sicher fühlt, stabil eingestellt ist und die Einnahme belegen kann, muss den Führerschein nicht fürchten.
Wo man als Cannabis-Patient im Alltag auf Hürden stoßen könnte

Vor allem im Alltag und im Umgang mit Behörden könnte es Nachteile haben. Auch wenn die Behandlung legal ist, berichten viele Patient:innen von Vorurteilen, etwa im medizinischen Umfeld, am Arbeitsplatz oder im sozialen Umfeld. Im Straßenverkehr kann es bei Kontrollen zu Rückfragen kommen – hier hilft ein Rezept oder eine ärztliche Bescheinigung. Bei Reisen ins Ausland ist Vorsicht geboten: In vielen Ländern ist medizinisches Cannabis trotz Rezept verboten. Zudem übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten nur unter engen Voraussetzungen.
Nicht jede Apotheke führt Cannabis – das solltest du vorher wissen

Obwohl alle Apotheken in Deutschland grundsätzlich berechtigt sind, medizinisches Cannabis abzugeben, führen nicht alle entsprechende Produkte.
Was bedeutet das für dich?
- Vorab informieren: Es ist ratsam, sich vor dem Besuch einer Apotheke telefonisch oder online zu erkundigen, ob die gewünschte Cannabissorte vorrätig ist.
- Spezialisierte Apotheken nutzen: Es gibt Apotheken, die sich auf die Abgabe von Medizinalcannabis spezialisiert haben und oft einen größeren Bestand sowie Erfahrung in der Beratung bieten.
- Online-Services in Anspruch nehmen: Einige spezialisierte Apotheken bieten Online-Dienste an, bei denen du dein Rezept einreichen und die Verfügbarkeit prüfen kannst.

Arztwechsel während der Cannabistherapie – was du beachten solltest

Ein Arztwechsel während einer Cannabistherapie ist grundsätzlich möglich, aber nicht immer unkompliziert. Der neue Arzt ist nicht verpflichtet, die Therapie fortzusetzen und wird in der Regel eine ausführliche medizinische Dokumentation sowie eine Prüfung der Indikation verlangen.

Privatrezepte
Bei Privatrezepten ist der Wechsel meist unkomplizierter, jedoch trägst du die Kosten einer Neuverschreibung durch den neuen Arzt selbst.

Kassenrezepte
Bei Kassenrezepten kann ein Wechsel die Kostenübernahme durch die Krankenkasse beeinflussen, besonders wenn die ursprüngliche Genehmigung vom alten Arzt eingeholt wurde.

Wichtig ist immer: Lass dir alle relevanten Unterlagen (Rezept, Begründung, Dosierungsempfehlung, ggf. Krankenkassengenehmigung) mitgeben. Ein offenes Gespräch und eine strukturierte Übergabe erhöhen die Chancen auf eine reibungslose Fortsetzung deiner Therapie.
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