Wer Cannabis verdampfen möchte, stößt schnell auf eine große Auswahl an Vaporizern. Sie gelten als Alternative zum klassischen Rauchen und werden besonders im medizinischen Bereich häufig genutzt. Doch Geräte, Funktionsweisen und Einsatzbereiche unterscheiden sich teils deutlich.
Verdampfen von Cannabis mit einem Vaporizer gilt als schonendere Alternative zum Rauchen. Anders als beim Rauchen eines klassischen "Joints" findet keine Verbrennung statt, es entstehen deutlich weniger Schadstoffe. Die Wirkstoffe werden nicht verbrannt, sondern bei kontrollierten Temperaturen freigesetzt. Viele Anwender:innen berichten, dass sich die Wirkung so präziser dosieren lässt und der Dampf als milder für Hals und Atemwege empfunden wird.[1,2] Auch deshalb wird das Verdampfen in der medizinischen Cannabis-Therapie häufig empfohlen.
Unser Tipp: Mehr zum Thema findest du in unserem Artikel "Medizinisches Cannabis vaporisieren".
Wer anfängt zu recherchieren, merkt schnell: Die Vielfalt an Cannabis-Vaporizern ist groß. Die Überforderung damit, welches Gerät das richtige ist, oft ebenfalls. Welcher Vaporizer der beste ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Die Entscheidung hängt weniger von Rankings oder technischen Superlativen ab als von individuellen Bedürfnissen – davon, ob Diskretion oder Komfort wichtiger ist, ob kurze Anwendungen genügen oder bewusst gestaltete Sitzungen bevorzugt werden. Die Unterschiede zwischen den Geräten sind daher mehr als bloße Designfragen. Sie spiegeln unterschiedliche Nutzungsweisen und Erwartungen wider.
Grundsätzlich lassen sich Vaporizer zunächst danach unterscheiden, wo und wie sie verwendet werden. Einige Geräte sind klein, batteriebetrieben und für den mobilen Gebrauch konzipiert. Sie passen in eine Jackentasche, lassen sich diskret nutzen und sind auf kurze, flexible Anwendungen ausgelegt – oft im Alltag, zwischen Terminen, ohne großen Aufwand. Andere Modelle hingegen sind größer, stationär und an die Steckdose gebunden. Sie stehen für einen bewusst gesetzten Moment, für Ruhe und Planung.
Doch nicht nur die Größe trennt die Geräte, sondern vor allem ihre Heiztechnik – und damit die Art, wie die Wirkstoffe freigesetzt werden.
Im Kern haben sich zwei Heizprinzipien etabliert, die das Verdampfen technisch unterschiedlich umsetzen.

Beide Methoden haben ihre Berechtigung. Während Konvektions-Vaporizer häufig für ihre Aromaqualität geschätzt werden, überzeugen Konduktions-Geräte durch ihre Einfachheit und Schnelligkeit.
Manche modernen Vaporizer kombinieren beide Ansätze. Ihr Ziel: Die Vorteile beider Systeme zu vereinen – etwa durch eine schnelle Grundhitze in Verbindung mit heißer Luft, die für eine gleichmäßigere Verdampfung sorgt. Beispiele hierfür sind der Tisch-Vaporizer Volcano Medic 2 und der mobile Vaporizer Mighty+ Medic – beide von STORZ & BICKEL.
Welche Heiztechnik die bessere ist, hängt letztlich davon ab, was Nutzende suchen: maximale Kontrolle über Geschmack und Wirkung oder einen unkomplizierten Zugang ohne viel Vorbereitung.

Die Vielfalt der Cannabis-Vaporizer lässt sich grob in drei Typen einteilen. Sie unterscheiden sich weniger durch technische Details als durch den Kontext, in dem sie genutzt werden.
Tragbare Vaporizer sind die wohl bekannteste Gerätekategorie. Sie sind kompakt, akkubetrieben und so konzipiert, dass sie sich problemlos transportieren lassen. Viele passen in eine Jacken- oder Handtasche, lassen sich unauffällig bedienen und sind innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit.
Ihr Vorteil liegt in der Flexibilität: Sie erlauben kurze, gezielte Anwendungen und fügen sich vergleichsweise unkompliziert in den Alltag ein. Technisch sind sie oft auf Effizienz und Benutzerfreundlichkeit ausgelegt, was sie besonders für Einsteiger:innen attraktiv macht. Gleichzeitig bringen Größe und Akkuleistung naturgemäß Grenzen mit sich – etwa bei der Dampfentwicklung oder der Dauer längerer Anwendungen.
Beispiel-Produkte:

Tisch-Vaporizer verfolgen ein anderes Prinzip. Sie sind für die Nutzung zu Hause gedacht, werden über das Stromnetz betrieben und verzichten bewusst auf Mobilität zugunsten von Leistung und Präzision. Charakteristisch sind ihre stabile Bauweise, größere Kräuterkammern und eine sehr genaue Temperatursteuerung.
Diese Geräte ermöglichen eine gleichmäßige Verdampfung über längere Zeiträume hinweg und werden häufig von Nutzenden geschätzt, die Cannabis regelmäßig oder in größeren Mengen verwenden – etwa Cannabis-Patient:innen. Die Nutzung ist weniger spontan, dafür kontrollierter und oft ritualisiert: Ein Tisch-Vaporizer setzt Zeit und Aufmerksamkeit voraus und macht den Cannabis-Konsum zu einem bewusst gesetzten Moment.
Beispiel-Produkt: STORZ & BICKEL Volcano Medic 2
Eine Sonderform stellen Vaporizer dar, die speziell für Cannabis-Konzentrate entwickelt wurden. Sie sind auf die inhalative Anwendung von Extrakten ausgelegt, die eine deutlich höhere Wirkstoffdichte aufweisen als getrocknete Blüten. Entsprechend unterscheiden sich Aufbau und Heiztechnik von klassischen Kräuter-Vaporizern.
Konzentrate-Vaporizer ermöglichen eine sehr direkte, intensive Wirkung bei vergleichsweise kleinen Mengen. Sie richten sich daher vor allem an erfahrene Anwenderinnen und Anwender oder an Patient:innen, die eine präzise und effiziente Wirkstoffaufnahme benötigen. Aufgrund der höheren Potenz der verwendeten Materialien spielt hier eine kontrollierte Dosierung eine besonders wichtige Rolle.
Beispiel-Produkte:

Eine besondere Stellung nehmen sogenannte THC-Vapes ein. Gemeint sind meist vorgefüllte Vape-Pens oder Kartuschensysteme, die flüssige Cannabis-Extrakte enthalten. Technisch gehören sie nicht zu den klassischen Vaporizern für getrocknete Blüten, sondern zu den Konzentrate-Systemen – allerdings in einer stark standardisierten, oft geschlossenen Form. Temperatur, Zusammensetzung und Wirkstoffmenge sind vorgegeben, die Anwendung beschränkt sich auf das Inhalieren per Knopfdruck oder Zugautomatik. Der Cannabis-Konsum wird dadurch vereinfacht, aber auch stärker vorstrukturiert.
In Deutschland sind THC-Vapes bislang vor allem im medizinischen Kontext relevant. Dort dienen sie als alternative Darreichungsform für Patient:innen, die Cannabis inhalativ anwenden sollen, aber auf das Verdampfen von Blüten verzichten möchten. Im Mittelpunkt stehen Diskretion und eine möglichst präzise Dosierung. Zugleich verweisen THC-Vapes auf einen grundlegenden Wandel im Umgang mit Cannabis: weg von der Pflanze als Ausgangspunkt, hin zum pharmazeutisch aufbereiteten Wirkstoff.
Wie bereits erwähnt, hängt die Wahl des richtigen Geräts von den persönlichen Bedürfnissen ab. Der folgende Überblick zeigt, welche Faktoren bei der Auswahl eines Vaporizers für Cannabis eine Rolle spielen.
Cannabis-Vaporizer unterscheiden sich deutlich in Aufbau, Funktionsweise und Einsatzbereich. Ob tragbar, stationär oder für Konzentrate gedacht – welches Gerät sinnvoll ist, hängt vor allem von den eigenen Bedürfnissen und dem Nutzungskontext ab. Wer sich vor der Entscheidung mit Heiztechnik, Handhabung und persönlichen Prioritäten beschäftigt, findet eher einen Vaporizer, der langfristig passt.
Am Ende hängt die Wahl des passenden Vaporizers weniger von technischen Details als vom eigenen Alltag ab. Wer vor allem flexibel bleiben möchte, kurze Anwendungen schätzt und ein Gerät für unterwegs sucht, ist mit einem tragbaren Vaporizer gut beraten.
Wer Wert auf Einfachheit und schnelle Einsatzbereitschaft legt, kann sich Modelle mit Konduktionsheizung anschauen.
Wer zu Hause verdampft, bewusst Zeit einplant und maximale Kontrolle über Temperatur und Dampfqualität wünscht, greift eher zu einem Tisch-Vaporizer oder einem Gerät mit Konvektions- oder Hybridtechnik.
Der „richtige“ Vaporizer ist letztlich derjenige, der sich nahtlos in den eigenen Alltag einfügt – und nicht der mit den meisten Funktionen.
[1] Rojas, D.E., McCartney, M.M., Borras, E. et al. Impacts of vaping and marijuana use on airway health as determined by exhaled breath condensate (EBC). Respir Res 26, 63 (2025).
[2] Aston ER, Scott B, Farris SG. A qualitative analysis of cannabis vaporization among medical users. Exp Clin Psychopharmacol. 2019 Aug;27(4):301-308. doi: 10.1037/pha0000279. Epub 2019 May 23. PMID: 31120278; PMCID: PMC6737940.